Hintergrund

Die meisten Obst- und Nussbäume in gemäßigten Klimazonen treten im Winter in eine Ruhephase ein. Sie benötigen einen Kälteanreiz (Winterfrost), um im Frühjahr wieder blühen und Früchte setzen zu können. Sind die Wintertemperaturen in Obst- und Nussanbaugebieten zu hoch und die Voraussetzung für den Winterkältereiz nicht gegeben, können die Bäume physiologische Störungen entwickeln und Ernteerträge von ungenügender Qualität oder Quantität produzieren.

In den vergangenen Jahren wurden verlängerte Blütezeiten und Ernteausfälle in mehreren Obst- und Nussanbaugebieten der Welt beobachtet, einschließlich Tunesien und Chile. Während in Tunesien in den Jahren 2001, 2007 und 2016 für viele Baumarten geringe Erträge verzeichnet wurden, hatte Chile in den Jahren 2006, 2009, 2012 und 2015 erhebliche Süßkirschenertragsverluste.

PASIT konzentriert sich auf Fragen der Nahrungsmittelstabilität und nachhaltigen Landwirtschaft. Konkret befasst sich das Projekt mit aktuellen und potenziellen Auswirkungen des Klimawandels auf Obst- und Nussanbaugebiete in Tunesien und Chile.

Ziele

PASIT hat zum Ziel

  • die Steigerung der sozioökonomischen Stabilität und des Wachstums in vom Klimawandel betroffenen Obst- und Nussanbaugebieten durch eine präzisere, besser vorhersagbare, nachhaltigere und transparentere Langzeitplanung auf dem Agrar- und Lebensmittelsektor
  • die Unterstützung klimaspezifischer Entscheidungsprozesse von Agrargemeinden, Regierungen, Industrievertretern und anderen Akteuren in der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette, durch die Bereitstellung eines umfassenden Einblickes in die sozioökonomischen Bedingungen und geplanten Anpassungsstrategien ausgewählter Obst- und Nussbauern
  • die Verbesserung der Widerstandsfähigkeit von Obst- und Nussbauern gegenüber den aktuellen und zukünftigen Auswirkungen des Klimawandels, durch die Entwicklung praxisrelevanter und klimafreundlicher Lösungen und Best-Practice-Empfehlungen mit positiver sozioökonomischer Wirkung

Projektansatz

PASIT integriert die phänologische Modellierung der Obst- und Nussbaumentwicklung mit sozioökonomischen und verhaltensbezogenen Datenerhebungen und -analysen. Mit dieser Methode verfolgt PASIT eine interdisziplinäre Herangehensweise: es verknüpft Grundlagenforschung mit angewandter Forschung, naturwissenschaftliche Fragestellungen mit sozialwissenschaftlichen und wirtschaftlichen Fragestellungen – und es führt die neu gewonnenen Forschungsergebnisse des Projektes direkt in die Praxis, sowohl in Tunesien als auch in Chile.

PASIT

  • untersucht aktuelle und potentielle Auswirkungen des Klimawandels auf Anbau und Ertrag von Kirschen, Pfirsichen und Mandeln
  • befragt landwirtschaftliche Gemeinschaften die den Auswirkungen des Klimawandels ausgesetzt und solche, die diesen Auswirkungen nicht ausgesetzt sind
  • konfrontiert Landwirte mit möglichen zukünftigen Klimawandel-Szenarien und analysiert ihre Antworten
  • integriert das neue Projektwissen, gewonnen durch einen intensiven Dialog mit Experten und Praxisgemeinschaften, in die Entwicklung von nischenspezifische Lösungen und Best-Practice-Empfehlungen
  • teilt das neue Projektwissen, Lösungsmöglichkeiten und Best-Practice-Empfehlungen mit relevanten Interessensgruppen

Projektleistungen

  • Anwendergemeinschaften, deren Mitglieder an Projektaktivitäten teilnehmen und in vielfältiger Weise von den Projektergebnissen profitieren können
  • neues prozess-basiertes Blüte-Vorhersage Modell in einem webbasierten und benutzerfreundlichen Format, das es Landwirten und anderen Interessensgruppen des Landwirtschaftssektors ermöglicht, Chill-Metriken zu berechnen und Blütezeiten vorherzusagen
  • umfassende Auswertung und Vergleich der biophysikalischen, demografischen und sozioökonomischen Bedingungen ausgewählter Obst- und Nussanbauregionen und -gemeinschaften, unterschiedlich in Geografie und Bedrohung durch Klimawandel
  • gezielte Erfassung der aktuellen und geplanten Anpassungsstrategien von 800 ausgewählten Landwirten in Chile und Tunesien an aktuelle und erwartete Auswirkungen des Klimawandels
  • integrative Lösungen und Handlungsempfehlungen zur Umsetzung in innovative und ökonomisch tragfähige Anpassungsstrategien und -richtlinien
  • Grundlagen und konkrete Möglichkeiten für zukünftige (internationale) Wissenschaftskooperationen und privatwirtschaftliche Initiativen

Konsortium

PASIT bringt Institutionen aus Tunesien, Chile und Deutschland zusammen. Ihre Expertise umfasst Pflanzenphysiologie, Klimawandel, Vorhersage-Modellierung, Sozialwissenschaften, Wirtschaft sowie Umwelt- und Risikokommunikation.

Ludwig-Maximilians-Universität München, Deutschland https://www.uni-muenchen.de/
Universität Bonn, Deutschland https://www.uni-bonn.de/
Institut National Agronomique de Tunisie, Tunesien http://www.inat.tn/fr
Institut de l’Olivier, Tunesien http://www.iosfax.agrinet.tn/
Pontificia Universidad Católica de Valparaíso, Chile http://www.pucv.cl/

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